Rufnummernmitnahme: So geht die Portierung zum neuen Anbieter
Beim Anbieterwechsel müssen Sie Ihre vertraute Rufnummer nicht aufgeben. Wir erklären, wie die Portierung abläuft, was sie kostet und worauf Sie bei den Fristen achten sollten.
Eine Rufnummer ist mehr als eine Ziffernfolge: Familie, Freunde, Kunden und Behörden kennen sie auswendig, sie steht auf Visitenkarten und in unzähligen Online-Konten. Kein Wunder also, dass die Frage „Kann ich meine Nummer mitnehmen?“ bei jedem Anbieterwechsel ganz oben steht. Die Antwort lautet: Ja – und zwar einfacher, als viele denken. In diesem Ratgeber erklären wir, wie die sogenannte Portierung funktioniert.
Was bedeutet Rufnummernmitnahme?
Rufnummernmitnahme – fachlich Portierung – beschreibt den Vorgang, bei dem Ihre bestehende Festnetz- oder Mobilfunknummer von Ihrem alten Anbieter zum neuen Anbieter übertragen wird. Sie behalten also Ihre Nummer, wechseln aber das Netz und den Vertrag. In Deutschland haben Sie ein gesetzlich verbrieftes Recht auf diese Mitnahme, sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz.
So läuft die Portierung ab
Der Ablauf ist überschaubar und läuft größtenteils zwischen den beiden Anbietern im Hintergrund ab:
Mitnahme beauftragen
Sie geben beim Abschluss des neuen Vertrags an, dass Sie Ihre Rufnummer mitnehmen möchten, und nennen die zu portierende Nummer sowie Ihren bisherigen Anbieter.
Daten abgleichen
Der neue Anbieter beantragt die Portierung. Wichtig: Name, Anschrift und Rufnummer müssen mit den Daten beim alten Anbieter exakt übereinstimmen.
Umschaltung
Zum vereinbarten Termin wird die Nummer umgeschaltet. Danach telefonieren Sie mit derselben Nummer im neuen Netz – meist mit neuer SIM-Karte.
Vor oder nach Vertragsende – was ist der Unterschied?
Bei der Mobilfunk-Portierung unterscheidet man zwei Wege, die sich vor allem im Zeitpunkt unterscheiden:
| Variante | Zeitpunkt | Vorteil |
|---|---|---|
| Vorzeitige Portierung | während der laufende Vertrag noch besteht | fester Termin, sofortiger Wechsel ins neue Netz |
| Portierung zum Vertragsende | am regulären Laufzeitende | kein paralleler Vertrag, klar getaktet |
| Nachträgliche Portierung | bis zu 3 Monate nach Vertragsende | auch nach Kündigung noch möglich |
Die vorzeitige Portierung ist besonders praktisch: Sie wechseln zu einem Wunschtermin sofort, der Altvertrag läuft nur noch bis zu seinem regulären Ende aus. So bleiben Sie durchgehend erreichbar – ein zentraler Baustein für einen Wechsel ohne Versorgungslücke, wie wir ihn im Beitrag Anbieterwechsel Schritt für Schritt beschreiben.
Was kostet die Rufnummernmitnahme?
Früher waren bis zu 30 Euro für eine Portierung üblich. Das ist Geschichte: Der Gesetzgeber hat das Entgelt gedeckelt. Es darf nur noch ein geringes, an den tatsächlichen Kosten orientiertes Entgelt verlangt werden – in der Praxis meist im einstelligen Euro-Bereich. Viele Anbieter verzichten ganz auf die Gebühr oder erstatten sie über einen Wechselbonus. Es lohnt sich, beim Vergleich auf solche Aktionen zu achten.
Fristen: diese Zeiträume sollten Sie kennen
- Vorzeitig: Termin frei wählbar, sobald der neue Vertrag steht.
- Nach Vertragsende: bis zu 3 Monate Zeit für die nachträgliche Mitnahme.
- Bei Verzögerung: Klappt die Portierung am vereinbarten Tag nicht, kann Ihnen eine Entschädigung zustehen.
Festnetz oder Mobilfunk: gibt es Unterschiede?
Grundsätzlich gilt das Recht auf Rufnummernmitnahme für beide Bereiche. Im Mobilfunk ist die Portierung dank vorzeitiger Mitnahme besonders flexibel, weil Sie zu einem Wunschtermin ins neue Netz wechseln und meist nur eine neue SIM-Karte benötigen. Im Festnetz hängt die Mitnahme dagegen oft am Anbieterwechsel des gesamten Anschlusses und damit an der technischen Umschaltung Ihres Internet- und Telefonanschlusses. Auch hier bleibt Ihre Nummer erhalten – der Ablauf ist nur stärker mit dem Umschalttermin des Anschlusses verzahnt.
Ein häufiger Sonderfall: Sie ziehen in einen anderen Ortsnetzbereich um. Festnetznummern sind an die Vorwahl gebunden, weshalb eine Mitnahme über die Ortsgrenze hinweg nicht immer möglich ist. Beim Mobilfunk spielt der Wohnort dagegen keine Rolle – Ihre Handynummer begleitet Sie bundesweit.
Häufige Stolperfallen
Damit die Mitnahme reibungslos klappt, sollten Sie diese Punkte beachten:
- Bestandsdaten beim alten Anbieter prüfen – falsche Schreibweisen verzögern die Portierung.
- Bei Prepaid: ausreichend Guthaben und korrekt registrierte Daten sicherstellen.
- Die alte SIM-Karte erst entsorgen, wenn die Umschaltung bestätigt ist.
- Die Mitnahme aktiv beauftragen – sie passiert nicht automatisch.
Tipp: Notieren Sie sich vor dem Wechsel Ihre genaue Vertragsnummer und die Kundennummer beim alten Anbieter. Diese Angaben beschleunigen die Portierung spürbar.
Bewahren Sie außerdem die Bestätigung der Portierung auf. Sollte Ihre Nummer wider Erwarten nicht rechtzeitig umgeschaltet werden, ist dieser Nachweis die Grundlage für eine mögliche Entschädigung. In aller Regel läuft die Mitnahme aber völlig geräuschlos im Hintergrund ab, und Sie merken vom Wechsel kaum etwas – außer der neuen, oft günstigeren Tarifabrechnung.
Wir nehmen Ihnen die Portierung ab
Sie möchten den Anbieter wechseln, aber Ihre Nummer behalten? Wir koordinieren die Rufnummernmitnahme als Teil eines kompletten Anbieterwechsels – kostenlos und unverbindlich. Wir vergleichen die Tarife von Telekom, Vodafone, 1&1 und O2, beauftragen die Portierung korrekt und behalten die Fristen im Blick. Schildern Sie uns einfach Ihre Situation über unser Kontaktformular – Sie hören innerhalb von 24 Stunden von uns.